Künstliche Intelligenz in der Praxis: So verändert sie Jobsuche und Recruiting

Künstliche Intelligenz hat Auswirkungen auf immer mehr Lebensbereiche, und auch die Jobsuche ist nicht davon ausgenommen. KI hat die Jobsuche sowohl für Bewerber, als auch für Unternehmen auf mehreren Ebenen stark verändert: Entsprechende Tools unterstützen Bewerber bei der Erstellung von Bewerbungen, Plattformen nutzen KI, um Nutzern passende Jobs vorzuschlagen, und Unternehmen können Bewerbungsprozesse wesentlich effizienter gestalten. Wie also hat KI die Jobsuche in den vergangenen Jahren verändert?    

Von Stellenportalen zu KI-gestützten Bewerbungen

Wenn es um möglichst effiziente Jobsuche geht, führt schon lange kein Weg mehr an Stellenportalen mehr vorbei. Computerbasierte Systeme und Algorithmen kommen, im Rahmen von Bewerbungsprozessen, schon seit einigen Jahren zum Einsatz, etwa um Stellenanzeigen nach passenden Jobs zu durchsuchen, um Lebensläufe automatisch zu sichten oder auch um Bewerberprofile zu analysieren.

LLM-Modelle wie ChatGPT oder andere KI-gestützte Tools gehen aber weit über diese bisherigen Anwendungen hinaus: Sie können Lebensläufe optimieren, auf persönliche Stärken hinweisen oder auch Bewerbungsgespräche simulieren. Unternehmen können den administrativen Aufwand bei Bewerbungen reduzieren, von einer wesentlich schnelleren Vorauswahl geeigneter Kandidaten profitieren und fundiertere Personalentscheidungen treffen. Doch wie sieht das in der Praxis aus?

KI bei Bewerbungen

Eine repräsentative Umfrage von Statista unter 1000 Arbeitnehmern kommt zu dem Schluss, dass 58 Prozent der Befragten in den letzten 24 Monaten KI im Bewerbungsprozess genutzt haben. Das ist auch nicht verwunderlich, denn im Netz finden sich auch für nicht versierte Nutzer verständliche Tipps dazu, wie man KI-Tools wie ChatGPT nutzen kann, um einen Lebenslauf zu optimieren oder ein Anschreiben zu erstellen. Konkrete Beispiele für den Einsatz von KI bei Bewerbungen sind beispielsweise:

Optimierung von Lebensläufen: KI-Tools analysieren den bestehenden Lebenslauf, verbessern Formulierungen, heben relevante Erfahrungen hervor und passen die Struktur der Bewerbung an gängige Bewerbungsstandards oder die Vorgaben des Unternehmens an.

Erstellung von Anschreiben: Auf Basis des Lebenslaufs und einer Stellenanzeige kann KI ein individuelles Anschreiben formulieren, das exakt auf die Anforderungen der Position zugeschnitten ist.

Simulation von Bewerbungsgesprächen: KI kann typische Interviewfragen stellen, Feedback geben und so Bewerber auf echte Gespräche vorbereiten.

Personalisierte Job-Empfehlungen: KI analysiert Fähigkeiten, Erfahrungen und Präferenzen, um daraufhin passende Stellenangebote vorzuschlagen.

KI im Recruiting

Unternehmen nutzen KI in Bewerbungsprozessen hauptsächlich, um diese strukturierter und effizienter zu machen. Hier liegen die Zahlen ähnlich, wie auf der Bewerberseite, laut Statista nutzen etwa 48 % der großen Unternehmen KI-gestützte Tools im Recruiting. Besonders häufig wird KI bei Lebenslauf-Screenings, dem Matching von Kandidatenprofilen und der Automatisierung von Bewerbungsprozessen eingesetzt.

Screening von Bewerbungen: KI-gestützte Systeme scannen Bewerbungen, erkennen relevante Qualifikationen und unterstützen Personalabteilungen bei der Auswahl passender Kandidaten.

Bewerbungsmanagement: KI kann Bewerbungen automatisch klassifizieren (etwa nach Erfahrung, Standort, Qualifikation).

Matching mit Stellenprofilen: KI vergleicht Bewerberprofile mit den Anforderungen der Stellenanzeigen, um passende Kandidaten herauszufiltern.

Stellenanzeigen präziser gestalten: KI hilft Unternehmen, Stellenbeschreibungen klarer und zielgerichteter zu formulieren, Anforderungen und Aufgaben übersichtlich darzustellen und die Lesbarkeit zu erhöhen, sodass mehr passende Bewerber angesprochen werden.

KI – ja oder nein? Vorteile und Nachteile für Bewerber und Unternehmen

Bewerber können prinzipiell von KI profitieren, wenn sie Lebensläufe optimieren und Anschreiben mit entsprechenden Tools erstellen. Die Bewerbungen sind fehlerfrei und machen einen guten Eindruck, wodurch die Chancen, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, steigen. Allerdings nur dann, wenn KI auch tatsächlich nur unterstützend eingesetzt wird. Sofern im Bewerbungsgespräch herauskommt, dass Angaben nicht stimmen oder der Bewerber auf konkrete Nachfragen keine Antworten geben kann, stehen die Chancen eher schlecht und nicht selten gibt es keine Rückmeldung mehr oder eine Absage des Arbeitsgebers.

Unternehmen können Bewerbungsprozesse durch den Einsatz von KI wesentlich effizienter gestalten und Bewerber gezielter auswählen, wodurch die Chancen steigen, den wirklich besten Kandidaten unter vielen zu finden. So kann die entsprechende Abteilung sich besser auf Kernaufgaben wie Terminplanung oder Bewerbungsgespräche konzentrieren. Technische Fehler können aber durchaus auch dazu führen, dass eine relevante Bewerbung von der KI abgelehnt wird, wodurch ein potenziell geeigneter Kandidat gar nicht erst eingeladen wird. Ausführlichere Informationen dazu finden sich hier.

Fazit

Wie alle technischen Hilfsmittel ist auch KI kein Allheilmittel, sondern vielmehr ein Werkzeug, das man auch falsch einsetzen kann. Sie bietet sowohl Bewerbern als auch <a href=“https://www.jobandcareer.de/ausland/“>Unternehmen im In- und Ausland</a> große Chancen, wenn sie richtig eingesetzt und vor allem auch kritisch hinterfragt wird. Angesichts der Tatsache, dass schon jetzt mehr als die Hälfte aller Bewerber und rund 50 Prozent aller Unternehmen KI bei Bewerbungsprozessen einsetzen, kann man davon ausgehen, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzt und in absehbarer Zeit KI zum Standard bei Bewerbungen und Recruitingprozessen wird.